GLOSSAR UND FAQs ZUR TANTRAMASSAGE

Sammle mit unserem Glossar Wissen über die Welt der Tantramassage und der Sexualität und informiere dich in den FAQs über häufig gestellte Fragen!

GLOSSAR


  • BDSM

    Der Begriff ist ein Akronym für „Bondage and Discipline, Dominance and Submission, Sadism and Masochism“ und umfasst alle Verhaltensweisen und Begegnungen, die im sexuellen Feld mit Dominanz, Unterwerfung, Schmerzreisen und Fesselungen spielen. Elemente aus dem BDSM lassen sich mit tantrischen Massagebegegnungen gut kombinieren. In beiden Fällen gibt es eine klare Rollenverteilung (gebende und empfangende Person) und in beiden Bereichen braucht es klare Kommunikation, Präsenz sowie Achtsamkeit. Die Kombination aus tantrischer Haltung und sanften Spielarten aus dem BDSM ist eine besondere Erfahrung, die ganz unterschiedlich gestaltet werden kann.

  • Chakra

    In der Tantramassage nutzen wir auch das Konzept der Chakren, wenn wir über das Energiesystem eines Menschen sprechen. Chakren sind Energiezentren, die sich im gesamten Körper befinden, je nach Tradition sind das bis zu 88.000 Chakren. Meist sprechen wir aber von den sieben Hauptchakren, die an einer vertikalen Achse im Körper liegen: Wurzel-, Sakral-, Solarplexus-, Herz-, Hals-, Stirn- und Kronen-Chakra. Jedem Chakra sind bestimmte Lebensthemen und körperliche Funktionen zugeordnet. In der Tantramassage spielen sie insofern eine Rolle, als das Haltegriffe häufig auf Höhe der Chakren erfolgen, insbesondere in der Verbindung von Sexual- und Herzchakra.

  • Ejakulation

    Sowohl Männer als auch Frauen können ejakulieren. In der sexuellen Stimulation werden Kontraktionen der Geschlechtsdrüsen ausgelöst. Der männliche Samenerguss ist das stoßweise Herausschleudern von Sperma durch die Harnröhre. Die weibliche Ejakulation ist noch immer nicht ausreichend erforscht. Besonders ein lustvolles Berühren der G-Fläche kann die Ejakulation auslösen. Dabei verspüren Frauen oft ein Gefühl, als ob sie auf Toilette müssten. Vielmehr bildet sich aber Sekret im Drüsengewebe, welches auf dem Höhepunkt sexueller Erregung und bei starker Stimulation ausgestoßen werden kann. Eine Ejakulation kann bei Frau und Mann zeitlich eng mit einem Orgasmus verknüpft sein, die Phänomene können aber auch getrennt voneinander auftreten.

  • Energiearbeit

    Der Begriff wird vielfältig genutzt. Er beschreibt verschiedene therapeutische und begleitende Techniken, welche aus der alternativen Medizin stammen können, aus der Energiearbeit und aus der Berührung. Qi Gong, Körpertherapie oder auch Yoga können darunter fallen. Auch die Massage wird, als Unterstützung des Menschen in seiner körperlichen und psychischen Verfassung, zur Körperarbeit. In der Körperarbeit steht nicht ein Wellness-Erleben im Vordergrund, sondern die Unterstützung bei konkreten Themen. Unsere Tantramassagen können tief wirken und auch eine Unterstützung bei der Integration psychischer und physischer Konfliktthemen bieten. Eine besondere Form der Körperarbeit ist die Sexological Bodywork.

  • Energiesystem

    Die Tantramassage wurzelt unter anderem im spirituellen Tantra. Hier geht man von einem Konzept des menschlichen Energiesystems aus, das sich aus dem feinstofflichen Körper, den Chakren sowie den Energiekanälen (Nadis oder Meridianen) zusammensetzt. Durch die Kanäle fließt feinstoffliche Energie: Prana, die Lebensenergie. In anderen Traditionen kennt man diese Energie beispielsweise unter dem Begriff „Chi“. In der Tantramassage wird Lebensenergie geweckt und im gesamten Körper verteilt. Hintergrund ist, nach und nach ein höheres Level an Energie im Körper halten zu können, sowie die Energie lenken und im Leben für sich nutzbar machen zu können. Auch wenn dieses Energiekonzept nicht die Sprache jeder empfangenden Person trifft: Im besonderen rituellen Rahmen der Tantramassage wird ganzheitlich der gesamte Körper berührt und ein Spürraum geschaffen, der die einzelnen Körperteile mehr miteinander verbindet.

  • Göttinnen-Punkt

    Die Existenz der Göttinnen-Fläche wird immer noch teilweise in Frage gestellt. In den Massagen ist uns allerdings noch keine Frau begegnet, bei der diese Stelle nicht zu finden wäre. In den 1950ern beschrieb Dr. Ernst Gräfenberg den sogenannten G-Punkt. Wir sprechen nach vielen Kontakten und Gesprächen mit Frauen von der Göttinnen-Fläche. Diese liegt etwa fünf Zentimeter hinter dem Vaginaleingang an der vorderen Vaginalwand und fühlt sich gerippt an. Dieses Drüsengewebe ist sehr sensibel, wenn auch nicht bei jeder Frau erweckt und für jede Frau angenehm. Hier wird Sekret produziert, wenn sexuelle Reizung geschieht, was sehr lustvoll sein kann. Über die Göttinnen-Fläche kann eine weibliche Ejakulation ausgelöst werden.

  • Klitoris

    Die meisten Menschen denken beim Wort „Klitoris“ zuerst an die sichtbare und sehr empfindungsfreudige Klitorisperle. Dabei ist die Klitoris noch viel mehr, ein innenliegendes Organ, das der Lust dient und aus mehreren Teilen besteht. Sichtbar sind die Glans clitoridis (Perle) und das Präputium clitoridis (der Vorhaut, die oft auch Kapuze oder Hütchen genannt wird). Sie können ganz unterschiedlich groß sein und aussehen. Den Klitorisschaft (corpus clitoridis) kannst du über der Perle im Gewebe ertasten. Die Schenkel der Klitoris (crura clitoridis) spreizen sich im Körper wie ein umgekehrtes Y vom Schaft entlang des Beckenknochens. Die Klitoris ist von Schwellgewebe umgeben, das bei Erregung stärker durchblutet wird und anschwillt. Sie ist das Homolog zum Penis. Insgesamt ist die Klitoris zwischen 8,5 und 14,5 Zentimetern groß. Der Begriff kommt vom griechischen Wortstamm „kleitoris“, was „göttlich, berühmt, wie die Göttin“ übersetzt werden kann.

  • Körperarbeit

    Der Begriff wird vielfältig genutzt. Er beschreibt verschiedene therapeutische und begleitende Techniken, welche aus der alternativen Medizin stammen können, aus der Energiearbeit und aus der Berührung. Qi Gong, Körpertherapie oder auch Yoga können darunter fallen. Auch die Massage wird, als Unterstützung des Menschen in seiner körperlichen und psychischen Verfassung, zur Körperarbeit. In der Körperarbeit steht nicht ein Wellness-Erleben im Vordergrund, sondern die Unterstützung bei konkreten Themen. Unsere Tantramassagen können tief wirken und auch eine Unterstützung bei der Integration psychischer und physischer Konfliktthemen bieten. Eine besondere Form der Körperarbeit ist die Sexological Bodywork.

  • Kundalini-Energie

    Es handelt sich dabei um eine in tantrischen Schriften beschriebene Kraft im Menschen. Sie wird mit dem Bild einer Schlange, welche am Wurzelchakra im Beckenboden ruht, visualisiert. Es heißt, dass sie, wenn sie durch spirituelle Praxis aktiviert wird, wach wird und sich alle Chakras miteinander verbindend bis zum Kronenchakra aufrichtet und dies die Erleuchtung herbeiführt. Eine erleuchtete Person ist von allen Blockaden befreit, sowie offen und bereit für das kosmische Bewusstsein. Ein spontanes Erwachen der Kundalini kann für unvorbereitete Menschen gefährlich sein. Um die Kundalini zu wecken, gibt es Techniken wie Atemübungen und Energielenken, welche von Tantrikern geübt werden.

  • Lingam

    Im Sanskrit bedeutet „linga“ Zeichen oder Symbol. Als Symbol der Hindu-Gottheit Shiva steht Lingam für dessen schöpferische, erhaltende und zerstörende Kraft. Gleichzeitig ist es auch die im Tantra genutzte Bezeichnung für den Penis. Wie auch andere in der Tantramassage genutzte Worte (z.B. Yoni) hat der Begriff also eine Doppeldeutigkeit. Im Lingam eines Mannes zeigt sich seine Verbindung mit dem göttlich Männlichen und gleichzeitig ist es ein wertschätzendes Wort für seine Genitalien. Die Nutzung des Begriffs im Massageritual trägt zur besonderen Stimmung und ehrenden Haltung bei.

  • Lunghi

    Ein Lunghi ist ein Kleidungsstück, das traditionell von Männern in Südostasien getragen wird und je nach Region unterschiedlich benannt ist. Gelegentlich, beispielsweise im indischen Kerale, tragen auch Frauen einen Lunghi. Im tantrischen Massageritual kleiden sich alle Geschlechter in einen Lunghi, wobei Männer ihn bevorzugt um die Hüfte wickeln und Frauen ihn wie ein Strandkleid binden, um die Brüste zu bedecken. Ein Lunghi gibt viel Bewegungsfreiheit, lässt sich schnell an- und wieder ablegen und wird genutzt, um die empfangende Person in einer Massage zuzudecken. Oft ist es ein besonderes Erlebnis, wenn der Lunghi langsam und sinnlich vom Körper abgezogen wird.

  • Meridiane

    Der Begriff wird viel in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) genutzt. Im Sanskrit wäre die Entsprechung der Begriff „Nadi“. Im Konzept des Energiesystem eines Menschen bezeichnen Nadi die Energiekanäle, über die Lebensenergie (Chi, Prana) im Körper fließt. Diese Kanäle sind über die Chakren miteinander verbunden. Die wichtigsten Energiekanäle sind Sushumna, Ida und Pingala.

  • Namasté

    Das Tantramassage-Ritual beginnt üblicherweise mit dem Namasté. Die unter anderem in Indien Grußformel ist unter Hindus üblich. Sie wird sowohl im Alltag zur Begrüßung genutzt, aber auch in der religiösen Praxis in einem Heiligtum. Wörtlich bedeutet Namasté „Ich verbeuge mich vor dir“ (Sanskrit) und steht dafür, in jedem Menschen etwas Göttliches zu sehen. Mit dem Namasté-Gruß wird aber nicht nur die Seele des Gegenüber gewürdigt, sondern auch an der göttliche Funken in einem selbst erinnert und geehrt. Der Gruß muss nicht ausgesprochen werden, auch das zugehörige Mudra (Handgeste), das Zusammenlegen der Hände in Nähe des Herzens an der Brust sowie ein leichtes Beugen des Kopfes, genügt.

  • Neo-Tantra

    In den 1970ern verstärkte sich auch in westlichen Ländern das Interesse an den tantrischen Traditionen. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Person Osho, der vorher Bhagwan Shree Rajneesh genannt wurde. Er machte Tantra für Menschen aus dem westlichen Kulturraum zugänglicher und kombinierte Elemente dieser Traditionen mit Übungen aus der Körpertherapie und Bioenergetik. Die neotantrischen Strömungen, welche die tantrische Tradition und westliches Körperarbeitswissen kombinieren, beziehen sich teils auf Osho, teils gehen sie eigene Wege, zumal die Person und die Gruppe um Osho auch viel kritisiert wird. Einen anderen Zugang zu Tantra wählt das sogenannte Traditionelle Tantra.

  • Nervensystem

    Unterteilt wird es in das Zentrale Nervensystems, sowie das Autonome Nervensystem. Letzteres reguliert lebenswichtige Grundfunktionen wie Atmung, Blutkreislauf, Stoffwechsel oder Wasserhaushalt. Dabei wird der Sympathikus generell aktivitätssteigernd, der Parasympathikus aktivitätsverringernd. Ein gut reguliertes vegetatives Nervensystem sorgt für intakte Vitalfunktionen. Stress, zu seltene Erholungsphasen oder Traumata wirken sich auf das vegetative Nervensystem aus und stören das Gleichgewicht, was psychische und physische Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann. Körperarbeit und Massagen können unterstützend sein, das vegetative Nervensystem wieder mehr in Balance zu bringen.

  • Orgasmus

    Im Vier-Stufen-Modell der sexuellen Reaktion folgt in der sexuellen Reaktion auf die Erregungs- und die Plateauphase der Orgasmus. Unwillkürliche Muskelkontraktionen im Genitalbereich kennzeichnen ihn und die aufgebaute sexuelle Spannung entlädt sich. Meist kommt es dabei auch zur Ejakulation oder Injakulation. Nach dem Höhepunkt entspannt sich der Körper wieder. Orgasmen können sehr individuell empfunden werden. In Qualität, Intensität und Körpererleben können sich auch die Orgasmen einer einzigen Person von Mal zu Mal stark unterscheiden.  So wird beispielsweise immer wieder von Berg- und Talorgasmen gesprochen. Auch wenn ein Höhepunkt oft sehr lustvoll ist, kann auch sexuelles und sinnliches Erleben ohne einen Höhepunkt eine orgiastische Qualität haben und es kann hilfreich sein, den Orgasmus weniger als Ziel, denn als mögliche Zugabe zu genießen.

  • Prostata

    Die männliche Vorsteherdrüse (=Prostata) ist etwa walnussgroß und liegt zwischen der Harnblase und der Beckenbodenmuskulatur. Neben den Hoden und den Samenbläschen produziert auch sie einen Teil der Samenflüssigkeit. Eine Funktion der Prostatamuskulatur ist es, sich bei der Ejakulation zusammenzuziehen, wodurch das Sperma aus der Harnröhre, welche zum Teil durch die Prostata verläuft, gespritzt wird. Im Energiesystem des Menschen gilt die Prostata als wichtiges Zentrum, weshalb sie auch in der Tantramassage besondere Aufmerksamkeit erhält. Eine Massage der Prostata sorgt für eine gute Durchblutung im Beckenbereich und kann so zu erhöhter Empfindungsfähigkeit beitragen. Auch in der weiblichen Anatomie gibt es eine Entsprechung zur männlichen Prostata (Harnröhrenschwellgewebe, G-Fläche).

  • Reflexzonen in Yoni und Lingam

    Wie deine Füße, Hände oder Ohren besitzen auch Lingam und Yoni Reflexzonen. Sie stehen mit bestimmten Organen in Verbindung. Es heißt, dass die Reflexzonen der Yoni so angeordnet sind, dass sie bei genitaler Vereinigung in Kontakt mit den entsprechenden Zonen des Lingams kommen. Aber auch durch die Massage werden diese Reflexzonen aktiviert und du kannst deinem Körper ganzheitlich Gutes tun.  

  • Ritual

    Eine Tantramassage hat einen rituellen Rahmen. Das heißt, es gibt einen klaren Anfang und ein klares Ende. Beides wird häufig durch den Namaste-Gruß gekennzeichnet. So hebt sich der Erlebnisraum dazwischen vom Alltag ab und eine besondere Stimmung entsteht. Zum Ritual gehört die besondere Gestaltung des Raumes, die Wahl der Worte und eine nicht alltägliche Kleidung (Lunghi). Für Menschen, die mit dem spirituellen Tantra noch wenig Berührungspunkte hatten, können manche Bezeichnungen irritierend sein. Sich darauf einzulassen und das sinnlich-achtsame Ritual einfach auf dich wirken zu lassen, kann aber eine spannende Erfahrung sein.

  • Shakti

    Im spirituellen Tantra gilt Shakti als die Kosmische Energie. Alles Manifeste ist Shakti und alle Manifestation besteht aus derselben Energie, welche Shakti ist. Als Göttin Shakti im Hinduismus ist sie auch das Symbol für die weibliche Urkraft des Universums. Shakti erschafft, erhält und zerstört und doch geht nichts verloren, denn alles Manifeste ist Shakti. Zusammen mit Shiva, ihrem göttlichen Partner, welcher für das Bewusstsein steht, wird sie häufig in der Shiva-Shakti-Puja, ihrer heiligen Vereinigung, dargestellt. Die Materie braucht das Bewusstsein, das Bewusstsein braucht die Materie. In der Tantramassage wird die empfangende Person in ihrer manifesten, bewussten Form verehrt und somit sowohl Shiva als auch Shakti in ihr.

  • Shiva

    In verschiedenen Kontexten bedeuten Shiva, wie auch Shakti, Unterschiedliches. Shiva ist einer der Hauptgötter im Hinduismus. Er verkörpert dort das Prinzip der Zerstörung. Laut tantrischen Schriften waren Shiva und Shakti im Ursprung eins. Ihnen entsprang das Universum. Im Tantrismus steht er für das Bewusstsein. Im Gegensatz zur Energie, welche seine Partnerin Shakti ist, ändert er sich nicht immer wieder und bildet neue Manifestationen. Vielmehr bleibt Shiva unvergänglich, ewig als universelles Bewusstsein.

  • Sinnlichkeit

    Der Begriff bezeichnet zunächst die Empfänglichkeit für die verschiedenen Sinnesempfindungen. Dem entgegengesetzt ist die reine Intellektualität. Viele spirituelle Traditionen fokussieren auf Vergeistigung, im Tantrismus spielt die körperliche, die sinnliche Komponente aber eine große Rolle. Umgangssprachlich ist Sinnlichkeit das angenehme Sinneserleben. Teilweise wird der Begriff auch synonym mit dem der Erotik verwendet, allerdings umfasst Sinnlichkeit auch im sinnlichen Zusammenspiel mit einem anderen Menschen mehr. Im Tantramassage-Ritual werden die verschiedenen Sinne angesprochen, angeregt und das sinnliche Erleben gesteigert, was zu verstärkter Wahrnehmung und Empfindsamkeit führen kann.

  • Spiritualität

    Die Suche, Hinwendung und subjektives Erleben einer transzendenten Wirklichkeit. Die vielen verschiedenen spirituellen Traditionen sind teilweise in manifeste Religionen gefasst worden. Die tantrische Spiritualität umfasst unter anderem die Überzeugung, dass alles verwoben, verbunden ist und sich die Prinzipien von Shakti und Shiva (Materie und Bewusstsein) in jedem einzelnen Menschen befinden. Die tantrische Spiritualität kann somit ein Pfad sein, um spirituelles Erleben und Praxis mit einem weltlichen Alltag zu verbinden. Nicht alle TantramasseurInnen leben spirituelles Tantra, doch die Haltung dem Menschen gegenüber im Ritual ist ein zentraler Bestandteil dieser Berührungskunst und ermöglicht immer wieder auch spirituelle Erlebnisse während der Massage.

  • Tantra

    Die Ursprünge von Tantra liegen in frühgeschichtlichen, matriarchalen Kulturen in einer Spiritualität, welche die Sexualität als Lebens- und Schöpfungskraft feierte. Im Laufe der Geschichte wurden diese Ursprünge vereinnahmt, ideologisch überformt, verboten. Es entstanden unzählige Ausprägungen und Sekten, die sich untereinander auch widersprechen können. Es gibt hinduistisch und buddhistisch geprägtes Tantra, traditionelle und weniger traditionelle Ausprägungen. In den 1970ern hatte die Person Osho großen Einfluss auf das Bild von Tantra, das im Westen heute noch vorherrscht und mit dem Begriff „Neo-Tantra“ bezeichnet wird. Vielleicht kann die Essenz des Tantra so zusammengefasst werden: Die Erkenntnis und Erfahrung, das alle Gegensätze (männlich-weiblich, Heiliges und Sündhaftes, Körper und Geist, Sexualität und Gebet, Schöpfung und Zerstörung, etc) eigentlich ein und dasselbe sind.

  • Tantramassage

    Die Tantramassage ist nicht identisch mit Tantra, aber sie ist von einer tantrischen Haltung inspiriert. Der rituelle Ablauf, der Einbezug des gesamten Körpers, das Willkommenheißen aller Körper- und Emotionsäußerungen sowie die Betrachtung der Sexualität als Lebenskraft machen die Tantramassage zu einem ganzheitlichen Massageerlebnis. Die klare Rollenverteilung in gebende und empfangende Person erlaubt, den eigenen Körper und die eigene sexuelle Energie frei und ohne Druck erforschen zu können und dabei von einer achtsamen, präsenten Person begleitet zu werden, welche den Raum für neue Erfahrungen bereitet und hält.

  • Tantramassage-Verband

    Der Berufsverband TMV wurde 2004 gegründet. Er vertritt MasseurInnen, Massagepraxen und Tantramassage-Ausbildungsinstitute aus dem deutschsprachigen Raum. Neben einer politischen Vertretung nach außen, sichert der TMV intern - über hohe Kriterien in der Fortbildung von TantramasseurInnen - die Qualität der Tantramassage in den an ihn angeschlossenen Massagepraxen. So trägt die Arbeit des TMV dazu bei, die Tantramassage als einen Bestandteil einer achtsamen sinnlichen Berührungskultur  und als wertvollen Beitrag zur sexuellen Gesundheit eines Menschen  bekannter zu machen.

  • Tarisha

    Auf Deutsch bedeutet der Sanskrit-Begriff  tarīṣa „Boot“ oder „Schiff“. Die Gründerin unserer Praxis war Tarika, deren Name mit „Fährfrau“ übersetzt werden könnte. In der Tantramassage nehmen wir dich mit auf eine ganz besondere Reise. Die Reise zu dir selbst ist manchmal still, manchmal stürmisch und manchmal reiten wir gemeinsam hohe Wellen.

  • Taoismus

    Der Taoismus ist eine in China verwurzelte Philosophie und Weltanschauung. Laotse ist der wohl bekannteste Lehrer des Taoismus. Wörtlich heißt Tao „der Weg“ und bezeichnet die höchste Wahrheit. Ein Mensch, der dem Tao zum Glück folgt, fügt sich in das kosmische Ganze und sieht sich selbst als ein Teil von allem an. Im Tao strebt man an, mit Allem zu fließen. Auch die Lebensenergie soll fließen, was unter anderem mit Tai-Chi und Qi-Gong unterstützt werden kann. Tantra und Taoismus haben einige Gemeinsamkeiten, aber auch größere Unterschiede. Aber ähnlich wie die Tantramassage, nimmt auch die Taomassage Elemente der taoistischen Spiritualität und nutzt sie in einer achtsamen, ganzheitlichen Massagepraxis.

  • Transfiguration

    Wenn eine Tantramassage für sich ein ganz besonderes Erlebnis ist, kann das auch daran liegen, dass du hier nicht als deine Alltagspersönlichkeit, sondern tatsächlich als Manifestation des Göttlichen verehrt wirst. Die tantrische Transfiguration ist die Fähigkeit, in jedem Menschen, dem ich begegne, die Göttin oder den Gott zu sehen und ihn oder sie so zu verehren, dass jede Begegnung ein Dienst am Göttlichen wird. Gleichzeitig ist es auch die Fähigkeit, die eigene göttliche Manifestation und das kosmische Bewusstsein in sich selbst zu erkennen. In dieser Hinsicht kann die Tantramassage spirituelle Praxis sein.

  • Venuslippen

    Im allgemeinen Sprachgebrauch finden sich noch immer die Begriffe „große und kleine Schamlippen“. Bei vielen Menschen mit Vulva sind die inneren Labien aber größer als die äußeren, weshalb wir die Bezeichnung „innere und äußere Lippen“ bevorzugen.  Auch sprechen wir lieber von Venuslippen, Lustlippen oder Vulvalippen, denn Scham ist nicht das Gefühl, das wir mit diesem wunderbaren Körperbereich verbinden wollen. Venuslippen können ganz unterschiedlich aussehen, das Spektrum ist weit und all die individuellen Ausprägungen sind normal und schön.

  • Verehrung

    Gerade im Anfangsritual der Tantramassage gibt es Gesten der Verehrung wie das Knien vor der empfangenden Person. Doch die verehrende Haltung begleitet das gesamte Ritual der Tantramassage. Der Mensch wird in der individuellen Besonderheit angenommen, ohne dass Aussehen, Sympathie oder persönliche Geschichte dies beeinflussen. Die Wertschätzung und liebevolle Begleitung im Hier und Jetzt kommen aus der Gewissheit, dass die Person genau so richtig ist, wie sie gerade da ist. In spiritueller tantrischer Sicht ist die empfangende Person – wie jeder Mensch – eine Verkörperung Shivas und/oder Shaktis und so geht das tantrische Massageritual über die Begegnung von zwei Menschen hinaus und bekommt eine transfigurative Komponente.

  • Yin und Yang

    Das Prinzip von Yin-Yang ist die Grundlage für das Gleichgewicht in der Natur in der taoistischen Tradition. Yin und Yang sind in allem vorhanden, zwei Pole, die sich gegenseitig beeinflussen: Sonne und Mond, aktiv und passiv, weich und hart, weiblich und männlich. Dabei gilt Yang als „männlich“, Yin als „weiblich“. Die Pole befinden sich in ständigem Wandel. In allem männlich Gelesenem ist etwas Weibliches vorhanden, in allem weiblich Gelesenem etwas Männliches. Der Ausgleich zwischen diesen Polen wirkt harmonisierend auf das menschliche Energiesystem.

  • Yoni

    Der Begriff Yoni kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Ursprung“. Yoni umfasst neben der Vulva, der Vagina, dem Beckenboden, der Gebärmutter und den Eierstöcken auch den energetischen Schoßraum. Damit umfasst das Wort die physische Ausprägung weiblicher Genitalien und geht gleichzeitig darüber hinaus. Yoni ist die weibliche schöpferische Kraft, der Schoßraum die Anbindung an das göttlich Weibliche. Der Begriff wird in der Tantramassage verwendet, da er wertschätzend konnotiert ist und im Deutschen wenig Begriffe für die weiblichen Genitalien vorhanden sind, die nicht entweder medizinisch, verniedlichend oder abwertend gelesen werden.

Verantwortlich für das Glossar: Sabine Schweigert, Inhaberin Tarisha Massageinstitut.

Redaktion: Rike Görz,  Masseurin und Gesundheitspraktikerin für Sexualkultur im Tarisha und unter Discover Yourself